Interview

Mit Angelika Jelich – Künstlerin
Mail: ajelich@muenster.de
Website: http://www.artist-jelich.de

Interviewer:
Manfred Zimmer (Der Frager)
Wieckstraße 10
22527 Hamburg
040 76 90 27 32
0176 24 46 90 90
hello@DerFrager.de
Interview erscheint auf: http://www.DerFrager.de



Der FRAGER ( Fragen, die sich stellen) Anlässlich der Affordable Artfair Hamburg 2013 wurde dieses Interview geführt! Interview:

• Als ich durch die Bildgalerie der Affordable Art Fair klickte, fielen Sie mir sofort auf. Ich erblickte das Bild »Young couple at the water« und es machte »spung«. Ich empfand ein explosives Gefühlsgemisch aus Aufbruch, Fernweh und Heimweh .
Was ist Ihr (der) Hintergrund zu diesem Bild? Wie ist die Enstehungsgeschichte?

Da ich oft auf Long Island bin, da ich dort auch lebe und arbeite, ist mir das Wasser wie der „Ocean“ oder „Long Island Sound „sehr vertraut. Dort beobachte ich alle möglichen Paarkonstellationen. So entstand diese Szene eines „Young couple at the water“. Ich liebe selbst das Wasser und bin unheimlich gerne am Meer.
Dieses Paar gibt viele Interpretationsmöglichkeiten. Ich habe mit vielen Leuten schon über diese Arbeit gesprochen und viele Sichtweisen bei der Interpretation dieser Situation gehört. Ihre Gefühle wie „Aufbruch“ interpretiere ich als neue Chance, „ Fernweh“ als die Sehnsucht nach dem Urelement Wasser und dem jungen, schönen Paar und das Gefühl „Heimweh“ ist für mich da anzukommen, wo ich hingehöre bzw. hingehören möchte.

• Sie leben in Münster und New York. Seit wann leben Sie in New York und wo (Viertel) leben Sie da?

Ich lebe seit 2000 auch auf Long Island. Zur Zeit in Southampton. Früher waren es auch andere Orte auf Long Island. Der Kontakt zur City erfolgt meistens durch den Zug oder Schnellbus.
• Gibt es zwei Künstlerleben? Eines in Deutschland, eines in den USA? Wie schaut das aus? Wie empfinden Sie das?

Münster als gutbürgerliche Oase in Deutschland ist sehr ruhig im Gegensatz zum „American Life“. Das schillernde, fetzige New York ist natürlich auch wieder ein Gegensatz zum ruhigeren Long Island. So halte ich mich eigentlich an drei Stellen auf. Übrigens, seit letztem Jahr bin ich auch häufig, bedingt durch eine Galerie, in Zürich.

• Als ich den Folder der Affordable Art Fair sah – ein junges Paar mit Geschenpackungen – dachte ich zuerst an ein Werbeprospekt eines Kaufhauses.
Die Website zeigt mir aber schon auch sehr aufregende Künstler. Wie stehen Sie zu der Messe. Kommerz meets Kunst? Oder respektable Kunstmesse? Was sind Ihre Gedanken dazu?

Für mich ist das Concept auch ganz neu. Ich stehe ihm positiv gegenüber. Erschwingliche Kunst – Preise, die auf dem Teppich bleiben! Selbst Gerhard Richter versteht nicht, wieso seine Bilder so teuer sind. Kunst wird wie Aktien ungesund gehandelt. Der Kunstmarkt ist, was seine Qualität angeht, für mich sehr schwierig. Deshalb finde ich diesen Messetyp begrüßenswert.

• In der Einführung zu Ihrer New Yorker Ausstellung » Transparenz – Transparency« sagt Dr. Bennie Priddy sehr poetisch und – wie ich finde – auch treffend: »Wir schauen durch ein Fenster auf die Fenster eines gegenüberliegenden Gebäudes und sehen manchmal Menschen in diesem Gebäude und gleichzeitig die Verspiegelung unseres Fensters, unseres Standpunktes, in den Fenstern gegenüber.«
Warum wollen Sie das zeigen? Welcher Teil von Angelika sagt »Das will ich zeigen.«? Welche Gedanken spiegelt das wider?

Mir geht es mit diesem Thema um die Mehrschichtigkeit der Welt. Jeder Augenblick, jede Situation, jeder Gegenstand hat verschiedene Facetten und läßt verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zu. Wir bekommen in den „Transparencies“ Persepktiven, durch die wir auf die Situation oder den Gegenstand blicken können.
Meine Transparencies sollen die mögliche Durchsichtigkeit und Durchlässigkeit zulassen. Das Gegenteil von Heimlichkeit / Dichtmachen / Abschließen.
Transparenz bedeutet für mich auch Leichtigkeit im Gegensatz zu Schwere.

• Der erwähnte Dr. Bennie sagt auch »Die Bilder stellen fest, dass hinter diesen Feuerleitern und in den Wolkenkratzern Menschen wohnen, zu denen wir keinen Kontakt haben. Die Farben sind zu heiter, um diesen Kommentar als pessimistisch zu interpretieren.«
Was sagen Sie zu dieser Interpretation bzw. Wahrnehmung von Dr. Bennie? Was sind Ihre Gedanken dazu?

Das Glas ist halbvoll und nicht halbleer!
Das ist die positive Möglichkeit, wie die Menschen hinter diesen Fassaden leben könnten. Ich hätte auch die grauschwarze Variante nehmen können, bevorzuge in meiner Kunst aber das Heitere, Positive. So nehme ich die entsprechende Farbpalette.

• Wie im Märchen regnet es Gold- und Silberstücke vom Himmel. Sie können sich jedes Werk der Welt leisten. Welches wäre das (von welchem Künstler)?

Kann mich nicht entscheiden. Ich bin immer nach vorne gerichtet. Früher wäre es bestimmt ein Werk von Cy Twombley oder Graubner gewesen. Oder in Kontrast dazu fand ich zum Beispiel einiges von Basqiuat auch sehr gut. Heute könnte ich mich nicht mehr so festlegen.
• Ein weltbekannter Musiker würde sie bitten, dass sie ihm ein Tattoo entwerfen? Wer wäre der Künstler und was würde das Tattoo zeigen?

Keith Jarrett bekäme von mir eine abstrakte Farbkomposition mit lebhaftem Rot, Gelb, Blaugrün, Pink und Grün in Kombination mit Schwarz, die sein Stampfen während seiner Klavierkonzerte ausdrücken.

• Einfache –(oder doch schwierige Frage was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Wo werden Sie die Neujahr verbringen und was werden Sie mit wem tun?

Meine nächste Ausstellung ist im März 2013 in Zürich. In der Planung ist eine Ausstellung in einer neuen Galerie in Münster und last not least verbringe ich Silvester mit Freunden auf Long Island. Dort bin ich auch im Gespräch über eine Ausstellung Ende 2013.
Ganz wichtig ist meine zukünftige künstlerische Arbeit: Die „Transparencies“ werden bestimmt Grundlage für neue Arbeiten sein.



The FRAGER (questions that arise) At the Affordable Artfair Hamburg 2013 This interview was done! Interview:

• As I clicked through the image gallery of the Affordable Art Fair, you came to me immediately. I saw the picture “Young couple at the water,” and it made “spung”. I found an explosive mixture of feeling departure, wanderlust and homesickness.
What is your (the) background to this picture? What is the origination history?



Since I often am on Long Island, since I live there and work, I do like the water of the “Ocean” or “Long Iceland sound” very familiar. There I observe all possible pair constellations. So this scene was a “Young couple at the water”. I love even the water and am really love the sea.
This pair are many interpretations. I have spoken with many people already about this work and heard many perspectives in interpreting this situation. Your feelings as “awakening” I interpret as a new opportunity, “Wanderlust” as the longing for the element of water and the young, beautiful couple and feel “homesick” is to arrive there for me, where I belong or want to belong.



• You live in Münster and New York. Long have you lived in New York and where did you live there?



I live on Long Island since 2000th Currently in Southampton. Previously there were other places on Long Island. Contact with the City occurs mostly by train or express bus .

Münster as home-style oasis in Germany is very quiet in contrast to the “ American Life “. The dazzling , groovy New York is of course again a contrast to the quiet Long Island . So I consider myself really at three places. Incidentally, since last year I’m also often due to a gallery in Zurich.



• When I saw the flyer of the Affordable Art Fair – a young couple with gift packs – I first thought of a promotional brochure of a department store .
However, the site already shows me very exciting artist . How do you feel about the show. Commerce meets art ? Or respectable art fair ? What are your thoughts on this?



For the concept and brand new me. I am HIM positive opposite. Affordable Art – Prices die, remain on the carpet! Even Gerhard Richter does not understand why his paintings are so expensive. Art Is Like stocks traded unhealthy. The art market is, was concerned its quality, very difficult for me. So I think this exhibition type welcome.



• In the introduction to your New York exhibition “ Transparency – Transparency “ Dr. Bennie Priddy says very poetic and – I think – also aptly : “We look through a window at the window of a building across the street and sometimes see people in this building and simultaneously mirroring our window , our position , opposite the windows . “
Why do you want the show ? Which part of Angelika says “I want to show .” ? What thoughts reflects that?



I’m having this issue to the multilayered nature of the world. Every moment , every situation , every object has different facets and allows different interpretations to. We get in the “ Transparencies “ Persepktiven through which we can look at the situation or object.
My Transparencies should authorize possible transparency and permeability. The opposite of stealth / sealing machine / Complete.
Transparency also means ease unlike gravity for me.



• The aforementioned Dr. Bennie also says “ The pictures are finding that behind these fire escapes and in the skyscrapers people live , with whom we have no contact . The colors are cheerful to interpret this comment as pessimistic. “
What do you say to this interpretation or perception of Dr. Bennie ? What are your thoughts on this?



The glass is half full and not half empty!
That’s the positive way in which people could live behind these facades. I could have take the gray-black variant , prefer in my art but cheerfulness , Positive. So I take the appropriate color palette.



• As in the fairy tale it is raining gold and silver pieces from the sky. They can not afford any plant in the world . Which would be the ( by which artist )?



I can not decide . I’m always facing forward. Earlier it was determined the work of Cy Twombley or Graubner been. Or in contrast, I found, for example, some of Basqiuat also very good. Today I could not define as me.



• A world-famous musician she would ask that they design him a tattoo? Who would be the artist and which would show the tattoo?



Keith Jarrett would get from me an abstract composition with vibrant red, yellow, cyan, pink and green combined with black, expressing his pounding during his piano concertos.



• Easy – ( or at least difficult Frage what are your plans for the future where you will spend the New Year and what will you do with whom?



My next exhibition in March 2013 in Zurich . In planning an exhibition in a new gallery in Münster and last but not least is I spend New Year’s Eve with friends on Long Iceland. There I am also talking about an exhibition end -2013.
Very important is my future artistic work : The “ Transparencies “ will be determined based on new work.